Die
folgenden Bilder wurden im Herbst 2004 und im Frühjahr 2006 aufgenommen:
Carcassonne
Nach dem Eiffelturm die mittlerweile zweitberühmteste Ansicht Frankreichs: Die Cité von Carcassonne. Ein neues Interesse erfährt diese Stadt und speziell die Cité durch den Roman "Das verlorene Labyrinth" von Kate Mosse, in dem etliche Szenen in dieser wunderschönen Stadt spielen. Sämtliche Orte (Friedhof, Schloss, Kirche, Hotel) sind fussläufig erreichbar.
Wer aus Deutschland kommend nach vielen Stunden Autobahnfahrt diese Stadt erreicht hat, ist mitten im Ziel, dem Katharerland. Ein Besuch ist allerdings eher im Frühjahr oder Herbst/Winter empfehlenswert, da sich die (wir!) Touristen im Sommer die Füße platttreten. Tip: In der modernen Innenstadt am Fuße des Hügels parken und die teure Parkplatzgebühr sparen.
Rennes-le-Chateau
Dieses winzige Städtchen in der Aude-Region hat es mittlerweile zu einiger Berühmtheit begracht, da Schatzsucher aller Nationen (vor allem Engländer) täglich wie die Heuschrecken über sie hereinbrechen und ihre Spuren hinterlassen. Der seltsame Abbé Saunière und sein ebenso seltsames Leben haben viele Fragezeichen hinterlassen, die wohl nie ihre endgültige Klärung finden werden. Über dem Eingang zu dieser Kirche steht in Latein: "Dies ist ein schrecklicher Ort". Manch einem Dorfbewohner ist der Rummel um den Schatz, der immer noch nicht gefunden wurde, gar nicht so recht. Andere versuchen, ein Geschäft daraus zu machen, so findet sich schonmal ein Freimaurerschurz in einem der Andenkenläden, der mit der Geschichte gar nichts zu tun hat.
Auch
dieser Herr zweifelhafter Abstammung ist in der Kirche des Abbé: möglicherweise
eine Darstellung des Dämons Asmodis, hier in der Funktion des Weihwasserbeckenhalters.
Sauniere ließ verschiedenste Bilder und Statuen von lokalen Handwerksbetrieben
herstellen und gab der Nachwelt dadurch weitere Rätsel auf. Die zentrale
Frage ist: Sind die obskuren Gestalten Ausdruck der Selbstverwirklichung eines
zu plötzlich zu Reichtum gekommenen Geistlichen oder handelt es sich um verschlüsselte
Hinweise auf den mysteriösen Schatz? Da bisher niemand die Quellen des Reichtums
eindeutig aufzeigen konnte, bot sich ein tiefer Blick in die Geschichte der Region
an. So könnte es sich um den Tempelschatz von Jerusalem, das Gold der Merowinger,
die verlorene Kriegskasse der Blanche von Kastilien, den verlorenen Schatz der
Tempelritter oder natürlich auch der verschollenen Hinterlassenschaft der
Katharer handeln.
Montsegur
- der Weg
Der Schicksalsberg der Katharer.
Zahllose Legenden ranken
sich um diesen Berg und die darauf befindliche Burgruine. Eine davon erzählt
von dem "Schatz der Katharer", der 1244 bei der Belagerung, unbemerkt
von dem katholischen Heer, des Nachts von einigen wenigen "parfaits"
über Abseilen in einer halsbrecherischen Aktion weggeschafft worden sein
soll. Vor die Wahl gestellt, ihrem Glauben abzuschwören oder ins Feuer zu
gehen, sind 225 Katharer freiwillig in den Flammentod gegangen. Der nicht-katharerischen
Burgbesatzung wurde freier Abzug zugesagt, eine Zusicherung, die nach einigen
Quellen nicht eingehalten wurde. Die Katharerkirche wurde mit diesen Ereignissen
ihrer geistlichen Führung beraubt und endgültig zur Untergrundkirche.
Auch wenn der Kreuzzug gegen die Katharer mit dem Fall von Montsegur noch lange
nicht zu Ende war, wurde mit der Übergabe der Burg der letzte Akt gegen die
Kirche eingeläutet.
Montsegur
- das Ziel
Für viele Reisende ist der Pog (Burgberg) einer der Höhepunkte
der Reise in das Languedoc. Hat man den Berg erstiegen, kann man nicht nur eine
unvergleichliche Ansicht geniessen, sondern fühlt sich den historischen Ereignissen
nah.
Die
Spoulga von Bouan
Die Katharer kannten keine Kirchen im Gegensatz zu den Katholiken, deren im Nachhinein "gotisch" genannte Baukunst sich gerade zur Zeit der Katharerverfolgungen zu neuen, damals kaum vorstellbaren Größen emporrankte. Die Katharer nutzten jedoch die vor allem im Ariege Tal reichlich vorhandenen riesigen Höhlen, um sakrale Orte aber auch Höhlenfestungen, wie die von Bouan zu bauen. Nur wenige Kilometer weiter finden sich weitere Höhlen, von denen die bekannteste, Lombrives, für Touristen zugänglich ist. In der Grotte von Lombrives finden sich neben unterschiedlichsten Malereien von der Stein- bis zur Neuzeit auch Plätze, die für die Katharer nachweislich bedeutsam waren. Besonders beeindruckend ist die "Kathedrale", eine riesige Halle im Innern der Höhle, die auch für Gottesdienste genutzt wurde. Ein trauriges Schicksal erlitten die letzten Katharer, die in den Höhlen Zuflucht suchten, sie wurden in einem letzten Akt barbarischer Grausamkeit von Ihren Häschern eingemauert.
Quéribus
Festungen, die nicht nur im Mittelalter beeindruckten, sondern auch heute noch Ihre damalige Uneinnehmbarkeit vermitteln. Diese Burgen waren aufgrund der geschickten Nutzung der topografischen Möglichkeiten von sehr wenigen, manchmal nur zwanzig bis dreissig Rittern gegen vielfach größere Übermächte zu verteidigen. Diese Burgen, wie Quéribus, Peyrepertuse oder Puilaurens fielen nicht durch Kampf, sondern durch Verrat oder Verhandlung.
Die
"Gralsburg"
verschlungene Pfade weisen Wege zu möglichen
Gralsburgen in den Pyrenäen. Mancher Ort ist in keiner Karte eingezeichnet
und wartet auf Entdeckung durch den Wanderer. Die Schätze, die so gefunden
werden können, sind jedoch spiritueller Natur...
Die
Grotte Béthlehem
Höhlenbauten in den "Heiligen Bergen",
von denen man weiß, daß sie spirituellen Charakter hatten. Möglicherweise
fanden dort Initiationsriten statt.
Das
berühmte Pentagramm - ein mittelalterlich großer Mensch passte mit
ausgebreiteten Armen in diese Felsnische. Für esoterische Spinner neuerer
Zeit gehörte es zum guten Ton, sich in dieser Form fotografieren zu lassen.
Im
"dunklen" Mittelalter besann sich der Mensch wieder darauf, daß
Gott "das Licht" ist. Was bei den Katholiken zu lichtdurchfluteten Kathedralen
führte, spielte sich bei den Katharern im Spirituellen ab.
Was bleibt ist die Frage: Der Katharismus - ein Weg zum Licht?
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